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Reduziert das Hören des Korans Angstzustände? Die Antwort der Wissenschaft auf eine 1500 Jahre alte Tradition
Wissenschaft & Gesundheit

Reduziert das Hören des Korans Angstzustände? Die Antwort der Wissenschaft auf eine 1500 Jahre alte Tradition

Zusammengestellt von: Faisal R. Zahir & M. Walid Qoronfleh

Neurowissenschaft & Islamische Spirituelle Praktiken Forscher — Frontiers in Psychology

·9 Min. Lesezeit

Eine umfassende Übersichtsarbeit, die 2025 in Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde, fasst Dutzende von Studien zusammen, die belegen, dass Dhikr und das Hören des Korans wirksame nicht-pharmakologische Methoden zur Behandlung von Angstzuständen, Stress und Sucht sind.

Die Wissenschaft wendet sich einer alten Tradition zu

In den letzten zehn Jahren hat sich in der Welt der Neurowissenschaften und Psychiatrie eine faszinierende Entwicklung abgezeichnet: Forscher haben begonnen, die Auswirkungen spiritueller Praktiken auf Gehirn und Körper systematisch zu messen. Ein signifikanter Teil dieser Studien konzentriert sich auf islamische spirituelle Praktiken – insbesondere Dhikr und Koranrezitation.

Der 2025 in der Zeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlichte Artikel von Zahir und Qoronfleh stellt eine umfassende Übersicht dar, die die Erkenntnisse von Jahrzehnten in diesem Bereich zusammenfasst.


Dhikr und Koran: Als nicht-pharmakologische Intervention

Die wichtigsten Erkenntnisse des Artikels sind:

Auswirkungen auf Angst und Stress Mehrere randomisierte kontrollierte Studien zeigen, dass das Hören des Korans – unabhängig vom religiösen Glauben des Teilnehmers – Angst-Biomarker signifikant senkt. Eine Scoping-Review-Studie auf PubMed (2023) kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass die Koranrezitation eine wirksame nicht-pharmakologische Methode zur Reduzierung von Angst, Stress und Depressionen sein kann.

Dhikr in der Suchtbehandlung Forscher legen nahe, dass die repetitive Natur des Dhikr eine unterstützende Rolle bei der Suchtbehandlung spielen könnte, indem sie die dopaminergen Belohnungswege beeinflusst.

Warum unterscheidet es sich von Mindfulness? Die Autoren argumentieren, dass durch die Einbeziehung von Bedeutung und Transzendenz im Dhikr ein zusätzlicher psychologischer Schutz über den Placebo-Effekt hinaus entsteht; dies wird als der grundlegende Unterschied zur westlichen „Mindfulness“ definiert.


1500 Jahre klinische Beobachtung

Der Artikel betont insbesondere folgenden Punkt: In der Tradition der islamischen Medizin (Unani Tibb) wurde Dhikr über Jahrhunderte hinweg bei Melancholie, Angstzuständen und psychischen Belastungen verschrieben. Er stellt fest, dass die moderne Wissenschaft diese Tradition nur verspätet bestätigt, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass sich die Forschungsressourcen auf die Achse Buddhismus/Mindfulness konzentrierten.


"Heartfulness": Ein neues Konzept entsteht

Zahir und Qoronfleh berichten, dass islamische spirituelle Praktiken ähnlich wie Mindfulness in die moderne Psychotherapie integriert werden können und dass dieser Ansatz unter dem Namen „Heartfulness“ (Herzlichkeit) erforscht wird.


Einschränkungen und Aufruf

Der Artikel richtet einen ehrlichen Aufruf: Die meisten der bestehenden Studien weisen kleine Stichproben und methodische Einschränkungen auf. Um Dhikr und Koranrezitation als universelle psychotherapeutische Werkzeuge zu etablieren, sind groß angelegte, methodisch robuste klinische Studien erforderlich.

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